Wilde Gestalten

Etappe 15: Choisey - Seurre (38,4 km)

Ok, ok, ich hab's gerafft. Kein Wettkampf. 60km geht nicht. Oder besser, es geht schon, aber dann ist es eben ein Wettkampf und der Preis ist recht hoch. Also, ab sofort: Gelaufen wird nur noch bis 18:00, danach nur noch Suche nach Unterkunft. Nicht so sehr auf im Voraus gebuchte Hotels verlassen, zur Not campen.


Die Vorsätze sind gut, aber heute morgen bin ich trotzdem erstmal platt. Frühstück so kurz vor 10, damit ich noch was kriege, danach packen und völlig demotiviert auf den Weg.

Erster Programmpunkt: Supermarkt, Proviant kaufen. Damit fertig, werde ich erstmal abgeduscht, aber es ist inzwischen 11:30 und irgendwann muss ich mich mal auf den Weg machen, also Augen zu und durch. Es geht erst ein Stück am Kanal entlang, danach wird über die Landstrasse abgekürzt. Mittags klart es auf, aber richtig heiss wird es zum Glück nicht.


Über völlig leere Strassen geht es weiter nach Westen, so langsam fühle ich mich auch besser. Am Nachmittag sieht es lange so aus, als würde ich noch mal den flüssigen Sonnenschein abbekommen, aber ich bleibe trocken, komme gegen 17:30 in Seurre an.

Hier gibt es einen Campingplatz. Dort treffe ich ganz merkwürdige Gestalten, grosse neue Camper an neuen Mercedesen, aber die Besitzer sehen eher aus, als lebten Sie auf der Strasse. Einer der Herren erklärt mir, der Campingplatz sei geschlosssen, geht mir noch eine Weile nach und stellt sicher, dass ich auch wirklich weggehe. Zumindest hoffe ich, dass er nur danach sieht. Ich gehe Stück in Richtung des nächsten Campingplatzes, dann wird mir irgendwie mulmig. Zur gleichen Zeit sehe ich einen Hinweis auf ein Hotel. Ich überwinde mich und gehe dorthin. Überraschenderweise kann ich mich mit der Besitzerin recht gut verständigen und das Zimmer ist ziemlich brauchbar (und unverschämt billig). Auch das Abendessen ist super (aber unverschämt teuer). Insgesamt ein guter Deal, zufrieden und müde gehe ich schlafen.

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